
Endlich Abi, endlich keine Schule mehr! Doch während derzeit viele Abitur-Absolventen das süße Nichtstun genießen und sich nur gelegentlich mit ihrer Zukunft beschäftigen, die "irgendwann" im Herbst beginnt, stecken Silvan Hagenbrock (im Bild links) und Qui Bohnenkamp (im Bild rechts) schon mitten drin in dem, was allgemeinhin "Leben" genannt wird.
Die beiden 19-Jährigen, die in diesem Frühsommer ihr Abitur an der Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Dortmund (Partnerschule von Murtfeldt) mit beeindruckendem Erfolg abgelegt haben, sind bereits in ihrem "neuen" Leben angekommen. Qui absolviert seit Mitte August ein einjähriges soziales Jahr in Australien an der Walddorfschule in einer Kleinstadt namens Amidale zwischen Sidney und Brisbane. Und Silvan startet diese Woche in Peking an der deutschen Schule, um dort Kindern Nachhilfeunterricht zu geben und seine in den letzten drei Jahren erworbenen Chinesisch-Kenntnisse anzuwenden und zu verbessern.
Für die beiden Dortmunder bietet dieses Jahr im Ausland die hervorragende Möglichkeit, in fremde Kulturen hinzuschnuppern und zu schauen, ob aus dem sozialen Engagement später auch ein berufliches werden könnte. "Ich kann mir gut vorstellen, nach dem Jahr einen sozialen Beruf zu erlernen", so Qui Bohnenkam. "Aber ich möchte mir mit dem Jahr Gewissheit verschaffen."
Silvan ist sich schon ziemlich sicher, dass er ab Herbst 2011 eine ganz andere Richtung einschlagen wird. Schließlich hält er seit ein paar Tagen die Zusage für einen Studienplatz in Stadtentwicklung und Urbanistik in der Hand. "Aber wer weiß, was dieses Jahr in China alles noch bringt", freut er sich auf die vor ihm liegende Herausforderung.
Anderer Dienst im Ausland anstelle von Zivildienst
Dieses soziale Jahr, korrekt tituliert als "Anderer Dienst im Ausland", ist nichts anderes als der in Deutschland neun Monate dauernde Zivildienst. Doch anders als der heimische Zivildienst erhalten die beiden kein monatliches Salär für diese Tätigkeit und müssen sich stattdessen einen Förderkreis aufbauen, der sie mit monatlichen Zuschüssen unterstützt.
Murtfeldt zählt zu diesem Förderkreis und fördert sie, damit diese das angestrebte Jahr auch umsetzen können. Denn von diesem Geld müssen Flug, Unterkunft, Verpflegung bzw. die Gastfamilie bezahlt werden, und ein wenig Taschengeld soll natürlich auch noch übrig bleiben. "Ein tolles Engagement, sich in fremden Kulturkreisen sozial einzubringen und somit herauszufinden, wie man sich zukünftig beruflich aufstellt", schätzt Andreas Balla, kaufmännischer Leiter und Prokurist bei Murtfeldt (Bildmitte) das Vorhaben der beiden. Und freut sich über die Möglichkeit, sie im Rahmen von Murtfeldts Sponsoringsprogramm ein wenig zu unterstützen.
Weitere Info über Qui Bohnenkamps soziales Jahr http://www.qi-in-australien.blogspot.com/